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Breathwork

Unser Breathwork bzw. unsere Form der Atemarbeit ist hauptsächlich durch die drei großen Strömungen des Holotropen Atmens (Christina & Stanislav Grof), Rebirthing (Leonard Orr) und des Erfahrbaren Atems (Ilse Middendorf) inspiriert. Unsere direkten Lehrer:innen sind Rosmarie & Ulrich Lipp, die wiederum aus ihrem breiten Erfahrungs- und Ausbildungshintergrund im Feld von Atemarbeit und Körper-psychotherapie, ihre Form des Verbundenen Atmens entwickelt haben.

 

Es geht um die Verbindung von Ein- und Ausatmung sowie um eine Intensivierung und Vertiefung der Atmung. Gleichzeitig geht es für uns beim Atmen um ein Geschehen- und Fließenlassen – also das Loslassen der willentlichen Kontrolle und Zielorientierung. Für uns steht die Erfahrung selbst im Vordergrund, getragen von dem Vertrauen, dass unser Körper (System) am besten weiß, was er (es) braucht und was sich zeigen und ausdrücken soll. Dabei geht es besonders um das achtsame und liebevolle Mitbekommen und Annehmen dessen, was ist.

Die Erfahrungen während des Atmens können sehr unterschiedlich sein​. Manchmal stehen visuelle Eindrücke im Vordergrund, manchmal ist die Erfahrung vor allem durch Emotionen, Gefühle und körperliche Empfindungen geprägt. Auch können implizite Erinnerungen wieder ins Bewusstsein kommen. Also Erinnerungen, die uns nicht mehr explizit zugänglich sind –  da sie z. B. aus der vorsprachlichen Entwicklungsphase stammen. Diese sind meist untrennbar mit dem Körpergedächtnis verbunden und können über körperliche Erfahrungen wieder direkt zugänglich werden.

Physiologische Ebene

Auf der physiologischen Ebene wird beim Atmen unser Stoffwechselsystem beeinflusst, sodass unter anderem mehr Kohlenstoffdioxid abgeatmet wird. Das führt zu einer veränderten Durchblutung unseres Gehirns: Die älteren Hirnareale (u.a. limbisches System und Stammhirn) werden im Verhältnis mit mehr Blut versorgt. Das wird als Ursache dafür angesehen, warum das emotionale Erleben im Verhältnis zur Alltagswahrnehmung verstärkt wird. 

Eine weitere Ursache für die veränderte Selbstwahrnehmung und Erinnerungsfähigkeit wird auch darin gesehen, dass unsere Atmung untrennbar mit unserem emotionalem Erleben und Ausdruck zusammenhängt. Einfacher gesagt: Jede Emotion wirkt auf unser Atemmuster und über eine Veränderung der Atmung können wir wiederum  unser Befinden beeinflussen.

In starken Stresssituationen, die uns überfordern könnten, reagieren wir gelegentlich mit  Abflachen oder Aussetzen des Atems. Damit soll die emotionale Ladung und Intensität gedrosselt werden. Intensivieren wir unseren Atem wieder oder schenken ihm einfach unsere volle Aufmerksamkeit, können diese impliziten Erinnerungen mit den gespeicherten Emotionen wieder zu Tage treten und bewusst erlebt werden. 

Anerkennung

Als kulturelle Praxis sind Atemtechniken natürlich wesentlich älter als die genannten und im Westen bekannten großen Breathwork-Strömungen. So gibt es z. B. im Yoga sowie in anderen religiösen/indigenen Traditionen zahlreiche Atemtechniken und Meditationen, die sich deutlich das bewusstseinsverändernde Potential verschiedener Atemtechniken zu nutze machen. Breathwork ist also keine westliche Erfindung, sondern baut auf traditionellem Wissen auf. Das wurde und wird in diesem Feld, ähnlich wie im Yoga, meist nicht kenntlich gemacht, sodass auch hier kulturelle Aneignung stattgefunden hat und stattfindet. Deswegen haben die entsprechenden Kulturen und indigenen Gruppen nicht die Anerkennung erhalten, die ihnen gebühren.

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